[Home] [Literatur und Theater] [Curricula] [Fotos] [Presse] [Zirkus] [Impressum]

2011 | 2010 Fotos | 2009 Fotos | 2008 Fotos | 2007 | 2006 | 2005 Fotos | 2005 LTT | 2004 Fotos

Schülerbericht

MAKEL LOS | Schülerbericht | Fotos

 

Abschlussproduktion des Literatur und Theater-Kurses 13 des Carlo-Schmid-Gymnasiums Tübingen

In Anlehnung an den Filmplot von „Die Insel“ entstand ein Stück, das der 13er-Kurs bis ins kleinste Detail selbständig ausarbeitete. Mit Hilfe ihrer Lehrerin Birgit Wahl-Bucka gelang es, das Stück „MAKEL LOS“ am 18. Mai mit Erfolg am Landestheater in Tübingen auf die Bühne zu bringen.

– MAKEL LOS sein und bleiben! – Heißt das Motto der Firma Vitalis, einer Lebensversicherung, die ein Leben mit unversehrtem Körper lebenslang garantiert. Die Firma verspricht ihren Kunden, im Falle einer Verletzung jedes betroffene Organ nachzüchten zu können. Doch dies ist nur eine Utopie. Denn in Wirklichkeit stellt die Firma von jedem Versicherungsmitglied einen geklonten Doppelgänger her, der als „Ersatzteillager“ dient.

Die Klone sind in einem Komplex eingesperrt, wo ihnen eine Kontamination der Erde vorgegaukelt wird, nach der nur sie als Überlebende gerettet und isoliert werden konnten. Sobald jedoch einer der Klienten von Vitalis ein „Ersatzteil“ benötigt, wird für die Klone eine Lotterie inszeniert, deren Gewinn die Ausreise nach „SOMNIA“ ist. SOMNIA – so die Firma – sei das einzig noch bestehende Fleckchen Erde, auf den das Virus, das die Welt befallen haben soll, nicht vorgedrungen sei. Tatsächlich aber werden die Klone für den bestellten Körperteil getötet. Mit dieser Täuschung leben diese im Komplex, der von Monotonie und scheinbarer Gleichheit aller bestimmt wird, bis sie umgebracht werden, weil ihr Körper gebraucht wird.

Das Stück befasst sich mit der Problematik, die entsteht, wenn Wissenschaft von Moral getrennt wird, und vermittelt diesen Konflikt auf zwei unterschiedlichen Ebenen, anhand von zwei unterschiedlichen Liebesbeziehungen und zwei unterschiedlichen Lebensausrichtungen. In der Inszenierung werden die zwei Ebenen der Real- und der Klonwelt eindrücklich auf die Bühne gebracht. „Parallel“-Spieler zeigen exemplarisch die zwei Welten, in denen das Stück spielt: Einer davon ist ein wissbegieriger Klon, der sich verliebt, ohne überhaupt zu wissen, was Liebe ist, und der anfängt seine Welt, die Klonwelt, zu hinterfragen und so beginnt zu ‚verstehen’ über das Maß dessen hinaus, das erwünscht ist. Auf Seiten der realen Welt steht als seine Parallelfigur ein junger Pilot, der durch den gewaltsamen Tod seiner Freundin, einer Journalistin, die investigativ über diese Versicherungsgesellschaft recherchiert hatte, das Geheimnis von Vitalis nach und nach zu durchschauen droht. Zwei Ärztinnen leiten den Komplex. Sie besitzen weder ein Gewissen noch ethische Moral. Kalte Monologe und „Schein-Dialoge“ spiegeln ihre Skrupellosigkeit und Ruhmsucht. Die Klone sind ihren Manipulationen hilflos ausgeliefert, was sich auf der Bühne in monotonen Handlungsabläufen spiegelt.

Es war keine leichte Aufgabe, die Parallelität und den Unterschied dieser zwei Welten bis hin zum überraschenden Schluss auf der Bühne umzusetzen. Anfangs gab es nur die Kern-Idee und im Laufe des letzten Jahres entwickelten sich die Charaktere und die Dialoge wurden geschrieben. Auch mit Hilfe von modernen Medien wie Filmeinsatz und Projektionen wuchs „MAKEL LOS“ schließlich zu einem Ganzen zusammen. Die Arbeit an dem Stück war ein langwieriger Arbeitsprozess, der mit Hilfe von Kurslehrerin Birgit Wahl-Bucka sein Ziel am 18. Mai 2010 mit der Premiere am LTT erreichte.

Braitmayer, Klasse 13, Juni 2010

Kontakt: Birgit Wahl-Bucka (biwabu@t-online.de)

Carlo-Schmid-Gymnasium Tübingen: www.csg-tuebingen.de
Webmaster: www.stellaplan.de